Debian Etch (testing state)
Installation und
Konfiguration

Vorteile:
+ Debian
Debian ist für mich
soetwas wie die Mutter aller Linux-Distributionen. Debian
ist nicht nach kommerziellen Regeln geführt. Debian
hat einen eigenen Spirit wie es sonst nur Linux und GNU haben ...
+ Paketmanagement Debian
Das Paketmanagement von Debian ist genial! Das
Paketmanagement-Tool Synaptics kann uneingeschränkt empfohlen
werden. Selbst alte Software kann einfach und schnell (incl.
automatische Berücksichtigung der Abhängigkeiten)
installiert werden. Eine manuelle Anpassung der /etc/apt/sources.list
empfiehlt sich dennoch, damit man alle möglichen Pakete zur
Verfügung hat.
Nachteile:
- Configuration via GUI
Eine Configuration über eine GUI gibt es eigentlich
nicht. Das
KDE Control Center kann auch nicht alle Anforderungen
erfüllen. Um
diverse Einstellungen vornehmen zu können, müssen
manuelle
Anpassungen unter /etc vorgenommen werden. Dafür ist manchmal
viel
Zeit erforderlich. Allerdings ist die Freude, wenn endlich etwas wie
gewünscht funktioniert, später viel grösser.
- Hardware Drivers Installation
Hardware wird dank des ganz neuen Kernels (2.6.18) sehr gut
erkannt. Die Erkennung erschöpft sich aber oft leider auf
einige
Meldungen in der /var/log/messages. Im Internet finden sich leider auch
nur spärliche Anleitungen, wie die Hardware effizient
verfügbar gemacht
werden kann. Das liegt vermutlich daran, dass Debian
hauptsächlich als
Server-Betriebssystem dient. Siehe auch Punkt "Configuration via GUI".
Wireless LAN
(WLAN): Für die Installation von WLAN-Modulen
gibt es viele verschiedene Möglichkeiten.
USB-Scanner:
Um als User scannen zu können, muss der User-Account Mitglied
der Gruppe "scanner" sein.
Alsa-Soundsystem:
Das
Soundsystem erscheint mir etwas instabil. Einige Male war bereits
/dev/dsp verschwunden und Realplayer (wird nur für
Internet-Radio
benötigt) benötigt das Paket alsa-oss.
- Standard Desktop Manager = Gnome
Gnome ist
der Standard Desktop Manager. Will man KDE
verwenden, dann sind entweder einige Boot-Optionen notwendig oder man
führt die Grundinstallation (ohne Desktop Auswahl!) durch und
installiert später die KDE Pakete nach. Ich empfehle die
letztere Variante, da man dann die Kontrolle über die
installierten Pakete hat.
- Encrypted Filesystem
Das Duo encfs und fuse funktioniert unter Debian Etch
(angeblich
sind die Einschränkungen nur bei Etch und Sarge vorhanden)
nicht
richtig. D. h. nur Root hat Schreibzugriff im encfs-Container.
Installiert sind die Versionen fuse-utils 2.5.3-4.1 und encfs 1.2.5-1-1
aus Debian testing/unstable. Ich empfehle die Installation von Fuse
2.6.3 (http://fuse.sourceforge.net)
und Encfs 1.3.1-1 (http://arg0.net/wiki/encfs). Zuvor
sind die Debian Orginalpakete zu installieren und danach ist jeweils
ein ./configure + make + make check + make install
durchzuführen. Das Modul "fuse" wird dann beim
nächsten Reboot automatisch geladen und Encfs funktioniert wie
es soll! Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung kann
auf Wunsch per Mail zugesandt werden.
- IPv6 over IPv4 tunneling driver
Während des Boot-Vorgangs startet auch das Netzwerk sit0 mit
dem "IPv6 over IPv4 tunneling driver". Dieser Vorgang blockiert den
Startup für mehrere Sekunden. IPv6 wird in der Regel nicht
benötigt, aber hier scheint der Hinweis zu fehlen, wie IPv6
tunneling abgeschaltet werden kann. Im IPv6 Howto
finden sich eine gute Anleitung, aber leider steht auch dort nicht wie
das Laden des IPv6 Moduls während des Boot-up dauerhaft
deaktiviert werden kann.
Falls hier jemand näheres weiss, bitte ich um ein kurzes Mail ...
Als Einstiegs-Distribution in die Computer-Welt (= Linux-Welt) scheint
mir Debian ungeeignet zu sein. Menschen, die schnell ein Betriebssystem
installieren wollen und erwarten, dass gleich alles, ohne viel
Konfigurations-Zeitaufwand, funktioniert, sollten als
Einstiegs-Distribution doch besser OpenSuSE,
Ubuntu
oder Fedora
verwenden.
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