SuSE Linux 9.1

Installation und Konfiguration



Box





Eigentlich war es gar nicht geplant SuSE 9.1 zu kaufen. Ich lehne nämlich die zunehmenden kommerziellen Aktivitäten (siehe Firmenkauf durch Novell) ab.
Unter Abwägung diverser Optionen habe ich mich doch noch für SuSE Linux 9.1 entschieden. Favorit ist grundsätzlich Debian. Allerdings ist die Stable-Version mit Kernel 2.4.x nicht aktuell genug und für die erhöhte Installationsarbeit habe ich derzeit keine Zeit. Gentoo war auch in der engeren Wahl. Das ist ganz aktuell. Allerdings müsste ich hier erst die ganzen Programme besorgen, was auch einen relativ hohen Zeitaufwand bedeutet.

Nachdem ich nach der Installation von SuSE 9.1 einige Probleme hatte, z.B. zu drucken oder Apache2 zu starten, war ich nach einem Wochenende und einigen Abenden soweit, wieder die Version 9.0 zu installieren. Ich versuchte es aber im letzten Moment nochmals mit einer "Standard" Installation von SuSE (d.h. ohne eigenständige Programmauswahl) und arbeitete mich sukzessive voran (eigene Programme installieren, Konfiguration etc.). Das hat dann - der Göttin sei Dank - funktioniert. Den Stress möchte ich mir allerdings auch nicht mehr aufbürden. In dieser Zeit hätte ich mir auch ein Debian zusammenbasteln können.


Im Internet finden sich einige Berichte, die SuSE 9.1 in höchsten Tönen loben. Diese Texte stammen meist von irgendwelchen Computerzeitschriften oder Magazinen. Andererseits findet man Berichte von Menschen, die die grössten Probleme haben und "Nie wieder SuSE!" rufen.
Auch für die bei mir aufgetretenen Probleme fand ich keine Hilfe. Allerdings einige 'Leidensgenossen'.
Warum ist das so?
Ganz einfach, weil die Zeitschriften, Magazine und Linux-Newbies einfach 3 x mit der Mouse auf "Weiter" klicken und ein SuSE-Standardsystem installieren lassen. Das läuft dann natürlich mehr oder weniger problemlos. Wenn allerdings fortgeschrittene User spezielle Konfigurationen vornehmen, Updates einspielen, eine neuere KDE-Version installieren oder gar den Kernel neu kompilieren, dann macht SuSE nicht mehr mit und die unmöglichsten Probleme tauchen auf.

Ich empfehle deshalb folgendes: Installation von SuSE 9.1 mit den vorgeschlagenen Standardoptionen. Natürlich nur, was die Software betrifft. Ich meine hier nicht die Partitionierung. Nachdem das System läuft sollten per YaST alle weiteren gewünschten Programmpakete installiert werden. Dabei können auch die Programme wieder abgewählt, d. h. deinstalliert, werden, die nicht benötigt werden. Als nächsten Schritt sollte die externe Software installiert werden (Software, die nicht auf der SuSE-DVD enthalten ist). Dann kann die Konfiguration vorgenommen werden. Zum Schluss sollten diverse Updates (deren es ja schon nach 1 Monat über 500 MB gibt!) eingespielt werden.
Ich rate übrigens dringend davon ab, die von SuSE angebotenen Programmpakete von KDE 3.2.2 zu installieren (SuSE 9.1 hat standardmässig KDE 3.2.1). Möglicherweise wurden die ganzen Probleme durch diese Pakete verursacht, weil das Zusammenspiel mit SuSE nicht richtig funktioniert hat.


Weitere Erfahrungsberichte und Installationsanleitungen zu SuSE 9.1:
Pro-Linux Bericht zu SuSE 9.1
DVD-Wiedergabe mit SuSE 9.1 und Xine
Penguins Forum ~ SuSE 9.1?




Vorteile:



+ YaST2

YaST ist nun freie Software. Das Online-Update funktioniert gut (auch von CD-ROM).


+ ACPI

ACPI ist im Kernel 2.6.4 implementiert. Mit dem Paket powersave stehen viele ACPI-Features gleich zur Verfügung.


+ Freundlich für Linux-Neulinge

Die neueste Hardware wird gut erkannt und die Installation für Linux-Newbies ist einfach wie nie zuvor, solange man den Vorschlägen von YaST folgt.


+ Softmodemerkennung

Softmodems werden sehr gut erkannt und die benötigten Module können schon von YaST installiert werden. Jedenfalls hat das bei dem slmodem sehr gut funktioniert.


+ Nvidia über YaST Online Update ¹

Die Nvidia Treiber können bequem über das YaST Online Update (YOU) bezogen werden.





Nachteile:


- KDE 1


Niemals sollte zusätzlich die Base von KDE 1 installiert werden! Leider steht das nirgends vermerkt. Wer allerdings ältere Programmpakete installieren will, die muss theoretisch KDE 1 Base, Supp und lib installieren. KDE 1 installiert sich - wie bisher - in das Verzeichnis /opt/kde/ und alles scheint normal zu sein. Leider funktioniert das Paket kdepim3 nach dieser Installation nicht mehr. KMail lässt sich einfach nicht starten und meint, dass eine Library unter /opt/kde3/lib/ fehlerhafte Einträge hätte.
Sehr viele Stunden habe ich dafür verwendet, um diesen Fehler zu finden. Bedauerlicherweise weist die Fehlermeldung in eine ganz falsche Richtung.
Auf einige KDE 1 Programme muss also verzichtet werden. Eine Information, dass KDE 1 niemals mit KDE 3.2 installiert werden darf, wäre dringend notwendig.


- Apache 2

Nachdem alles gewünschte installiert (samt Updates) und eingerichtet war, liess sich der Webserver Apache2 nicht mehr starten.

Es gab folgende Fehlermeldung:
$: rcapache2 start
Starting httpd2 (prefork) Syntax error on line 115 of /etc/apache2/server-tuning.conf:
Invalid command 'BrowserMatch', perhaps mis-spelled or defined by a module not included in the server configuration
The command line was:  /usr/sbin/httpd2-prefork -f /etc/apache2/httpd.conf              failed

Auch mit dem Paket httpd2-worker und zusammen mit verschiedenen Modulen kam diese Fehlermeldung. Die Dateien waren natürlich völlig in Ordnung.
Der Versuch die noch neueren Apache2-Pakete von der SuSE-Website zu installieren, brachte auch nichts. Eine ältere Version - die bei mir definitiv funktionierte - zu installieren war auch zwecklos. Immer erschien diese Fehlermeldung. Die bemängelten Zeilen zu entfernen oder auszukommentieren, brachte auch gar nichts.

Nachdem ich die Apache2 Software von der Apache Site runtergeladen, kompiliert und installiert hatte, liess sich Apache2 starten und er lief auch. Nur die SuSE-RPM-Pakete liessen sich nicht starten.

Nachdem ich das System nochmals komplett neu installiert habe (mit Formatierung; siehe oben), lief auch der Apache2 von SuSE. Hier kann ich bestätigen (wie im Internet an einigen Stellen beschrieben wurde), dass die gleiche SuSE-Installations-Prozedur am gleichen Computer zu verschiedenen Ergebnissen führt.
Bei meiner jetzigen Installation läuft Apache2. Ich kann allerdings noch immer nicht nachvollziehen, warum er nicht auch bei der vorhergehenden Installation lief.


- CUPS (Printer)

Ein ganz ähnliches Problem wie bei Apache2 trat beim Drucken auf.

Die Drucker liessen sich via YaST ganz einfach einrichten. Sie wurden auch automatisch erkannt und SMB-Verbindungen waren in Ordnung.

Sobald gedruckt wurde, gab es folgende Meldung (in den Logfiles):
parport0: PC-style at 0x378 [PCSPP,TRISTATE]
lp0: using parport0 (polling)

Der Drucker blieb allerdings ruhig. Es begann keine LED zu blinken, es passierte gar nichts. Es war, als ob der Druckauftrag einfach verschwand. Auch hier habe ich stundenlang gebastelt. Ich habe Rechte gesetzt, ich habe sie entzogen, habe Updates eingepielt, sie wieder deinstalliert usw.
Keine Chance!

Drucken kann ich erst seit der neuen Installation wieder.


- UTF-8

Ab SuSE 9.1 wurde auf UTF-8 umgestellt.
Damit diverse Umlaute und Sonderzeichen noch lesbar sind, ist folgender Eintrag in der Sysconfig notwendig:
RC_LANG = en_IE@euro oder de_DE@euro


- Centrino Wireless-LAN

Für WLAN sind viele Programmpakete via YaST verfügbar. Über das Online-Update kann sogar die Firmware geladen und installiert werden. Nachdem ich das allerdings gemacht hatte, begann die WLAN-LED zu blinken und liess sich auch nicht mehr abstellen. Wie die weitere Vorgangsweise wäre, wird nicht bekanntgegeben. Hätte es funktioniert? Keine Ahnung, da ich kein WLAN habe.


- Netzwerkeinstellungen und Online-Update

Vor dem Online-Update sind ganz seltsame Dinge mit den Netzwerkeinstellungen passiert. eth0 wurde dem Device von eth1 (WLAN) zugewiesen und umgekehrt. Es liess sich auch nicht mehr umbenennen. Als ich die Namen umgekehrt zuwies, gab es das gleiche Problem nach dem nächsten Reboot.
Der Network-Daemon startete auch aus unerfindlichen Gründen immer wieder mal nicht. Einmal fror sogar das ganze System während dem Bootvorgang ein.

Erst nach dem Online-Update waren diese Fehler verschwunden (hoffe ich). Ich rate deshalb dringend zu einem Online-Update.


- Hotplug / Coldplug


Vor dem Online-Update gab "coldplug" während es Bootvorgangs immer eine Fehlermeldung aus.

Nach dem Update dieses offenbar fehlerhaften Moduls wurde jedes Mal die USB-Mouse (mein Notebook hat keinen PS2-Anschluss) bzw. alle USB-Anschlüsse, nachdem das OS vom Grub übernahm, abgeschaltet und erst wieder nach und durch den Start von coldplug in Betrieb genommen.

coldplug scanning input: done
         scanning pci: *WWWW******.*WW****done
         scanning usb: done
         .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .done

Das Problem ist aber, dass coldplug für diesen "scanning input" 15 Sekunden benötigt. Das ist natürlich völlig inakzeptabel. Abschalten lässt sich das nicht, da sonst eben USB-Anschlüsse deaktiviert werden usw. Dokumentiert ist coldplug - ganz SuSE-like - auch nirgends.

Andere haben das gleiche Problem:  Linux-Club ~ coldplug scanning input - dauert lange?

Hier bleibt zu hoffen, dass SuSE dieses Problem rasch mit einem Update lösen kann.

August 2004: Nach vielen Monaten (!) hat SuSE ein Update von hotplug herausgegeben, wodurch dieses Problem beseitigt wird. Es kann via YaST Online Update eingespielt werden. Achtung: Einige Wochen davor gab es ebenfalls schon ein Update für hotplug, die diesen Fehler behob. Allerdings hat man sich mit der Installation dieses Updates gleich sämlichte USB Storage Devices (USB Sticks, Digigalkameras etc.) deaktiviert. Die wurden zwar erkannt, aber man konnte nicht mehr zugreifen. Mit der Version vom August 2004 funktioniert aber alles wieder, soweit ich das testen konnte.


- Powersave

Der Powersaved scheint nicht richtig zu funktionieren. Eigentlich läuft er.
Bei jedem (User-)Login erscheinen allerdings 2 Popup-Fenster mit Fehlermeldungen:
The powersave daemon is not running or you are not a member of the powersave system group

http://www.linuxquestions.org/questions/showthread.php?s=&postid=978517#post978517


- LinNeighborhood

LinNeighborhood findet zwar - wie gehabt - die Win-PCs im Netzwerk, kann aber kein Share mounten. "can't resolve address" ist die Fehlermeldung. Ich habe auch hier verschiedene LinNeighborhood Versionen probiert, allerdings immer mit demselben negativen Ergebnis. Das Programm selbst (LinNeighborhood) ist offenbar nicht daran schuld, da ich definitiv vormals funktionierende Versionen auch mit dem gleichen Fehler schliessen musste. Hier bleibt wohl nur das manuelle Mounten von SMB-Shares über die Console.


- Redmond Designs

Im KDE 3.2.x und überhaupt in diversen Linux Distributionen lassen sich immer mehr "Redmond"-Designs finden. Wie die auch genannt werden mögen, will ich mir Übelkeit vor meinem PC ersparen, weil vielleicht zufällig oder gar absichtlich (vom Distributor) ein Redmond-Design ausgewählt wurde. Das muss IMHO wirklich nicht sein!


- Automount

Eingelegte CDs oder DVDs werden automatisch gemountet. Das lässt sich auch gar nicht abstellen, ohne viele Dependencies zu zerstören. Das ist extrem ärgerlich. Das DVD-Laufwerk macht auch einen Riesen-Lärm, weil es, auch ohne Zugriffe, permanent arbeitet.


- Xmodmap


Keyboard-Maps lassen sich zwar einfach via Xmodmap oder ~/.Xmodmap hinterlegen, allerdings funktioniert die Alt-Gr Taste bei der selbst erstellten Konfiguration nicht. Ich sah leider keine andere Möglichkeit, als das komplette Verzeichnis /etc/X11/xkb zu löschen und gegen das (gesicherte) Verzeichnis von SuSE 8.2 auszutauschen. Dann funktioniert wieder alles.


- Webmin ¹

Webmin funktioniert nicht; nur mit irren Tricks (vorgaukeln einer falschen SuSE-Version) und Einspielen des rpm aus dem Netz, nicht die CD/DVD-Version.


- bind ¹

Namensauflösung von Domains mit TLD .local (ausdrücklich für private Domains reserviert) bringen immer einen Look-up ins Netz, um irgend welche Multicast-Abfragen zu tun. Sinn der .local ist es aber, im eigenen Netz ohne Einwahl zu bleiben. Abhilfe: eine irre TLD zu wählen, die es sonst nicht gibt (ich nehme .del)


- RAID ¹

will nicht richtig (hab Riesenprobleme). Nun gab es ein Update über YOU, mal schaun, was jetzt geht (hab einen Sonntag verballert dafür)


- Booten ¹

insgesamt dauert sehr lange



¹ = Kommentare und Anmerkungen anderer User. Ich füge das in der Regel unkommentiert hinzu, da ich die genannten Funktionen und Programme meist selbst nicht verwende.



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